Dubai verfolgt ein striktes, gestaffeltes Bußgeldsystem für Geschwindigkeitsverstöße, bei dem die Strafen je nach Überschreitung des zulässigen Tempos deutlich ansteigen. Geringfügige Verstöße ziehen ausschließlich Geldstrafen nach sich, während schwerwiegende Vergehen hohe Bußgelder, Strafpunkte und eine Fahrzeugbeschlagnahme von bis zu 60 Tagen kombinieren. Die nachfolgende Tabelle gibt den aktuellen Bußgeldkatalog 2026 wieder, der einheitlich für die Roads and Transport Authority (RTA) und die Polizei gilt.
| Überschreitung (km/h) | Bußgeld (AED) | Strafpunkte | Fahrzeugbeschlagnahme (Tage) |
|---|---|---|---|
| Bis zu 20 | 300 | 0 | 0 |
| 21–30 | 600 | 0 | 0 |
| 31–40 | 700 | 0 | 0 |
| 41–50 | 1,000 | 4 | 0 |
| 51–60 | 1,500 | 6 | 15 |
| 61–80 | 2,000 | 12 | 30 |
| Mehr als 80 | 3,000 | 23 | 60 |
Überschreitung um weniger als 30 km/h (AED 300 – AED 600)
Wer das Tempolimit um bis zu 20 km/h überschreitet, zahlt ein Standardbußgeld von AED 300. Liegt die Überschreitung zwischen 21 und 30 km/h, steigt das Bußgeld auf AED 600. Diese leichteren Vergehen ziehen weder Strafpunkte noch eine Fahrzeugbeschlagnahme nach sich und gelten als ernste, aber noch handhabbare Verwarnungen für kleinere Unachtsamkeiten im Straßenverkehr.
Überschreitung um 30 bis 50 km/h (AED 700 – AED 1.000)
Bei mittelschweren Geschwindigkeitsverstößen werden erstmals Strafpunkte in der offiziellen Verkehrsakte vermerkt. Eine Überschreitung von 31 bis 40 km/h kostet AED 700. Wer das Limit um 41 bis 50 km/h übertritt, zahlt AED 1.000 und erhält zusätzlich 4 Strafpunkte. Diese Stufe markiert den klaren Übergang von einer bloßen Verwarnung zu einem dokumentierten Risikovergehen mit direkten Konsequenzen für den Führerschein.
Überschreitung um 50 km/h bis über 80 km/h (AED 1.500 – AED 3.000)
Bei gravierenden Geschwindigkeitsverstößen greifen alle drei Sanktionsstufen gleichzeitig. Eine Überschreitung von 51 bis 60 km/h zieht AED 1.500, 6 Strafpunkte und eine 15-tägige Fahrzeugbeschlagnahme nach sich. Bei 61 bis 80 km/h steigt das Bußgeld auf AED 2.000, es kommen 12 Strafpunkte hinzu und die Beschlagnahmedauer verdoppelt sich auf 30 Tage. Das absolute Maximum gilt bei einer Überschreitung von mehr als 80 km/h: AED 3.000 Bußgeld, 23 Strafpunkte und 60 Tage Fahrzeugbeschlagnahme.
Wichtig:
Mit 23 Strafpunkten fehlt dem Fahrer nur noch ein einziger weiterer Verstoß bis zur automatischen Führerscheinsuspendierung.
Die 20-km/h-Radarpufferregel erklärt (Dubai vs. Abu Dhabi)
In Dubai gilt ein Radarpuffer von 20 km/h. Bei einem Tempolimit von 100 km/h löst die Geschwindigkeitskamera erst bei 121 km/h aus und erteilt ein Bußgeld. Diese Regelung gilt auf allen wichtigen Highways in Dubai und den nördlichen Emiraten. Die Formel ist dabei stets dieselbe: Auslösegeschwindigkeit = zulässiges Tempolimit + 20 km/h.
Wer nach Abu Dhabi weiterfährt, muss die ausgeschilderten Tempolimits strikt einhalten, denn die Hauptstadt hat den Puffer vollständig abgeschafft. In einer 100-km/h-Zone in Abu Dhabi löst die Kamera bereits bei 101 km/h aus. Wer es gewohnt ist, in Dubai stets 20 km/h draufzuschlagen, muss diese Gewohnheit spätestens an der Emiratsgrenze ablegen, um sofortige Bußgelder zu vermeiden.
Nützlicher Hinweis:
Auch innerhalb Dubais gilt der Puffer nicht überall. In Schulzonen, Wohngebieten und auf bestimmten Autobahnabschnitten wird strenger kontrolliert, besonders bei schlechten Witterungsbedingungen, wenn der Puffer vorübergehend ausgesetzt wird.
Schwere Verkehrsverstöße und hohe Bußgelder (Dekret Nr. 30 von 2023)
Das Fahrzeugbeschlagnahmesystem des Emirats stützt sich maßgeblich auf Dekret Nr. 30 von 2023 zu Verkehrsverstößen. Diese aktualisierte Gesetzgebung definiert konkrete Gründe für die behördliche Beschlagnahme und legt Freigabegebühren in drei Stufen fest: AED 10.000, AED 50.000 und AED 100.000, je nach Schwere des Verstoßes.
Rücksichtsloses Fahren und Überfahren roter Ampeln (bis zu AED 50.000)
Das Überfahren einer roten Ampel oder rücksichtsloses Fahren, das andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, führt zur sofortigen Fahrzeugbeschlagnahme. Nach der aktuellen Gesetzgebung ist für die Freigabe eines beschlagnahmten Fahrzeugs bei diesen Vergehen eine Gebühr von AED 50.000 fällig. Diese strenge Regelung richtet sich gezielt gegen gefährliches Fahrverhalten, das häufig im Zusammenhang mit illegalem Straßenrennen und riskantem Verhalten auf Highways steht.
Illegale Fahrzeugmodifikationen und gefälschte Kennzeichen (bis zu AED 10.000)
Wer sein Fahrzeug ohne offizielle RTA-Genehmigung technisch verändert, insbesondere durch Eingriffe, die die Höchstgeschwindigkeit erhöhen oder übermäßigen Lärm verursachen, muss mit sofortiger Beschlagnahme rechnen. Das Fahren mit einem gefälschten oder absichtlich unleserlich gemachten Kennzeichen fällt in dieselbe Kategorie. Die Freigabegebühr für unter diesen Umständen beschlagnahmte Fahrzeuge beträgt AED 10.000 und dient der Aufrechterhaltung strenger Sicherheits- und Lärmschutzstandards auf öffentlichen Straßen.
Hinweis:
Die Teilnahme an Straßenrennen ohne Polizeigenehmigung zieht die Höchstgebühr von AED 100.000 nach sich.
Vollständiger Bußgeldkatalog Dubai (Verstöße außer Geschwindigkeitsüberschreitungen)
Die Behörden ahnden eine Vielzahl von Verstößen jenseits des Tempolimits, von denen viele neben Geldstrafen und Strafpunkten auch eine Fahrzeugbeschlagnahme nach sich ziehen können. Die folgende Übersicht umfasst die häufigsten Vergehen im Alltag.
| Verstoß | Bußgeld (AED) | Strafpunkte |
|---|---|---|
| Ablenkung am Steuer (Handynutzung) | 800 | 4 |
| Zu geringer Sicherheitsabstand | 400 | 4 |
| Überfahren einer roten Ampel | 1,000 | 12 |
| Kein Sicherheitsgurt (Fahrer) | 400 | 4 |
| Unsicherer oder abrupter Spurwechsel | 1,000 | 4 |
| Überholen auf dem Standstreifen | 1,000 | 6 |
| Fahren entgegen der Fahrtrichtung | 2,000 | 12 |
| Salik-Mautumgehung / unzureichendes Guthaben | 100–400 pro Verstoß | 0 |
| Falschparken | 500 | 0 |
| Parken auf einem Behindertenparkplatz | 1,000 | 0 |
Zu geringer Abstand und Ablenkung am Steuer
Wer den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht einhält, zahlt AED 400 und erhält 4 Strafpunkte. Das Benutzen eines Mobiltelefons während der Fahrt, ob zum Schreiben von Nachrichten oder Telefonieren ohne Freisprechanlage, wird mit AED 800 und 4 Strafpunkten geahndet, da Ablenkung am Steuer ein erhebliches Unfallrisiko darstellt.
Wichtig:
Aktuelle Änderungen der Vollzugsregeln sehen vor, dass beide Vergehen nun eine 30-tägige Fahrzeugbeschlagnahme nach sich ziehen können, da Dekret Nr. 30 erweitert wurde. Damit gelten sie nicht mehr als Routineverstöße, sondern als ernste Verkehrsdelikte.
Spurhaltung, Standstreifen und Salik-Verstöße
Abruptes Ausscheren oder das Nichteinhalten der Spurhaltepflicht wird mit AED 1.000 und 4 Strafpunkten bestraft. Das Überholen auf dem Standstreifen zieht ein Bußgeld von AED 1.000 und 6 Strafpunkte nach sich. Wer eine Salik-Mautstation ohne gültigen Tag passiert oder nach Ablauf der Kulanzfrist kein ausreichendes Guthaben hat, muss mit Bußgeldern zwischen AED 100 und AED 400 pro Verstoß rechnen.
Das Strafpunktesystem in Dubai
Das Strafpunktesystem erfasst das Fahrverhalten und soll Wiederholungstäter wirksam sanktionieren. Die Punkte werden dem Führerschein des Fahrers zugeordnet, nicht dem Fahrzeug. Das bedeutet: Egal welches Auto jemand fährt, die Punkte sammeln sich stets bei derselben Person an. Wer innerhalb von 12 Monaten 24 Strafpunkte ansammelt, dem wird der Führerschein automatisch entzogen: beim ersten Mal für 3 Monate, beim zweiten Mal für 6 Monate und bei weiteren Verstößen für bis zu ein Jahr.
Nützlicher Hinweis:
Strafpunkte werden automatisch genau ein Jahr nach dem Datum des jeweiligen Verstoßes gelöscht. Es lohnt sich daher, das rollende 12-Monats-Fenster aktiv im Blick zu behalten.
Bußgelder bei Mietwagen in Dubai
Touristen und Einwohner, die einen Mietwagen fahren, ob einen exotischen Ferrari, Lamborghini, Rolls Royce oder BMW, einen praktischen SUV oder ein günstiges Kompaktfahrzeug, unterliegen vollumfänglich den lokalen Verkehrsgesetzen. Bußgelder, die mit einem Mietwagen anfallen, werden automatisch dem amtlichen Kennzeichen des Fahrzeugs zugeordnet. Die Mietwagengesellschaft erhält die entsprechende Benachrichtigung und belastet den Bußgeldbetrag zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr von in der Regel AED 50 bis AED 100 direkt der hinterlegten Kreditkarte des Mieters oder zieht den Betrag von der Kaution ab.
Nützlicher Hinweis:
Mieter können ein Bußgeld eigenständig über das amtliche Kennzeichen auf den offiziellen Behördenportalen prüfen, bevor die Mietwagengesellschaft die Abbuchung vornimmt.
Verkehrsbußgelder in Dubai online prüfen und bezahlen
Alle seriösen Zahlungs- und Auskunftsdienste laufen ausschließlich über offizielle Behördenplattformen. Die Nutzung von Drittanbieter-Websites birgt ein erhebliches Phishing-Risiko. Die nachfolgend genannten Kanäle gewährleisten sichere Transaktionen und eine sofortige Aktualisierung der Datenbank.
Offizielle Plattformen der Polizei Dubai
Der schnellste Weg zur Überprüfung von Verstößen führt über die Website oder die App der Polizei Dubai. Nutzer können per Kennzeichen, Verkehrsaktennummer, Führerscheinnummer oder Ticketnummer suchen. Die Plattform ermöglicht eine sofortige, sichere Zahlung per Kredit- oder Debitkarte und bietet Zugriff auf Radarfotos als Beweismittel.
RTA-Portal und Dubai Drive App
Die Website der Roads and Transport Authority (RTA) sowie die Dubai Drive App bieten umfassende Portale zur Verwaltung aller fahrzeugbezogenen Angelegenheiten. Nutzer können detaillierte Radarfotos zu Geschwindigkeitsverstößen einsehen und Zahlungen direkt abwickeln.
TAMM-Plattform und Kioske
Für emiratsübergreifende Verstöße oder Fahrer mit in Abu Dhabi zugelassenen Fahrzeugen, die in Dubai unterwegs sind, bündelt die TAMM-Plattform alle Verkehrsdaten der VAE. Darüber hinaus akzeptieren Sahl-Kioske in Einkaufszentren und Polizeistationen in der ganzen Stadt Kartenzahlungen zur sofortigen Bußgeldbegleichung und bieten eine praktische Alternative zu digitalen Apps.
Bußgelder in Dubai anfechten und Einspruch einlegen
Ist ein Fahrer der Meinung, dass ein Bußgeld zu Unrecht erteilt wurde, etwa aufgrund einer fehlerhaften Kennzeichenerkennung durch eine Kamera, kann er offiziell Einspruch einlegen. Das Verfahren läuft vollständig online über die Website der Polizei Dubai im Bereich Verkehrsstreitigkeiten oder über die Zentrale der Generaldirektion für Verkehr. Der Antragsteller muss eine nachvollziehbare Begründung liefern und verfügbare Beweise wie Dashcam-Aufnahmen oder GPS-Protokolle beifügen. Alternativ können formelle Einwände über das Portal der Staatsanwaltschaft Dubai eingereicht werden, wobei Eingaben dort zwingend auf Arabisch verfasst sein müssen. Die Verkehrsstaatsanwaltschaft prüft den Fall und entscheidet anhand von Radarbildern und Polizeiberichten, ob das Bußgeld aufgehoben oder bestätigt wird.
Wichtig:
Wer ein Bußgeld bezahlt, bevor das Einspruchsverfahren abgeschlossen ist, gilt damit als geständig und der Fall wird geschlossen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange habe ich Zeit, mein Bußgeld in Dubai zu bezahlen?
Bußgelder sollten idealerweise noch im Jahr ihrer Ausstellung beglichen werden. Alle offenen Verkehrsstrafen müssen jedoch vollständig bezahlt sein, bevor die jährliche Fahrzeugzulassung (Mulkiya) verlängert werden kann. Unbezahlte Bußgelder blockieren die Verlängerung vollständig. Zudem kann eine offene Gesamtschuld von mehr als AED 6.000 zur Fahrzeugbeschlagnahme führen.
Können Touristen mit Mietwagen Bußgelder selbst prüfen?
Ja. Touristen können auf den Websites der Polizei Dubai oder der RTA Bußgelder prüfen, indem sie das Kennzeichen des Mietfahrzeugs eingeben, ohne eine Emirates ID zu benötigen. Die eigentliche Zahlung wird jedoch in der Regel von der Mietwagengesellschaft abgewickelt, die den Betrag dem Mieter gemäß Mietvertrag direkt in Rechnung stellt.
Gibt es Rabattaktionen auf Bußgelder in Dubai?
In der Vergangenheit haben die Behörden gelegentlich Rabattaktionen von bis zu 50 % angekündigt, etwa zu nationalen Feiertagen oder für Fahrer mit einer makellosen Bilanz über einen bestimmten Zeitraum. Diese Aktionen sind jedoch nicht garantiert und müssen über offizielle Polizeimeldungen verifiziert werden, da Drittquellen häufig veraltete Zahlen aus früheren Kampagnen zitieren.
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